Denkverbote verboten – Kernkraftwerke am Netz halten

Um wenigstens das Gas, das jetzt zur Verstromung genutzt wird, zu ersetzen, müssen wir die drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland am Netz halten.

In Krisenzeiten wird gerne und viel im Konjunktiv lamentiert: „Hätten wir doch“, „wäre doch damals“, „dann würde die Situation heute anders aussehen“. Doch alle – auch berechtigte Kritik an kurzsichtiger Energiepolitik und falscher außenpolitischer Schwerpunktsetzung – bringt uns derzeit nicht weiter. Vielmehr ist entschlossenes Handeln notwendig, um drohende enorme Schwierigkeiten in Deutschland durch einen russischen Gasstopp abzumildern. Auf welches Szenario müssen sich die Menschen einstellen? Die Fakten sehen düster aus, umso wichtiger ist es, sie klar zu benennen: Von 40 Millionen Haushalten in der Bundesrepublik heizen 20 Millionen mit Gas, 55 Prozent davon kommen aus Russland. Ein Drittel der deutschen Wertschöpfung ist auf ständige Gasversorgung angewiesen. Gerade die für die Volkswirtschaft so enorm wichtige Grundlagenindustrie, die chemische Industrie, verbucht 15 Prozent des gesamten Gasverbrauchs auf sich.  

 

Die derzeitige Situation ist bedrohlich

 

Wenn Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (B90/Grüne) die höchste Stufe des Gasnotstandes ausruft, dürften die Preise ein Niveau erreichen, auf dem sich ein Großteil der deutschen Bevölkerung keine Gas-Heizung mehr leisten kann. Experten gehen von einer Preisexplosion um das fünf- bis siebenfache aus. Der Staat darf zwar Gasmengen zuteilen und in die Preisgestaltung eingreifen, aber die bisherigen Konditionen für Privathaushalte und Betriebe wären nicht zu halten, denn der Staat kann die Finanzierungslücke nur in sozialen Härtefällen und zur Vermeidung von Pleitewellen schließen. Bei einer Rationierung würden Privathaushalte und systemrelevante Betriebe, z. B. zur Lebensmittelversorgung, bevorzugt. 

 

Sprechen wir es klar aus: Wir können in Deutschland nicht ohne Heizen durch den Winter kommen. Wir leben nicht in der Südsee. Um es im Winter warm zu haben und die Bevölkerung vor Krankheiten zu schützen, müssen Gasverbraucher dringend Alternativen prüfen und sich einschränken: nicht alle Räume heizen, auf Strom und Holz umstellen. Mittelfristig werden zwar die Bezugsmengen aus dem befreundeten Ausland erhöht und die Gasspeicher gefüllt, außerdem erneuerbare Energien ausgebaut. Das geht aber nicht schnell genug, eine Lücke wird vorerst bleiben.

 

Wir dürfen keine Technologie zur Energieversorgung aus ideologischen Gründen ausschließen

 

Wir leben in einer Zeit, in der Denkverbote verboten sein sollten. Es hilft nichts, den schleppenden Ausbau erneuerbarer Energien und die Abhängigkeit von russischen fossilen Energien immer wieder zu kritisieren, wie es Robert Habeck (B90/Grüne) derzeit gerne tut . Es ist die Situation, mit der wir jetzt umgehen müssen und wir müssen uns vom Konjunktiv verabschieden. Wir müssen realistisch sein und dürfen keine Technologie, die unsere Energieversorgung sichert, aus ideologischen Gründen ausschließen. Um wenigstens das Gas, das jetzt zur Verstromung genutzt wird, zu ersetzen, müssen wir die drei noch laufenden Kernkraftwerke in Deutschland am Netz halten. Das würde auf die Schnelle helfen, um die Zeit bis zur vollständigen Unabhängigkeit von russischem Gas zu überbrücken. Die Atomenergie ist im Gegensatz zur Kohle C-neutral und könnte rasch für Entlastung sorgen. Wir müssen mit einem Wirtschaftseinbruch, mit mehr Armut, mehr Arbeitslosigkeit und steigender Staatsverschuldung rechnen. Seien wir also ehrlich: Es ist nicht die Zeit für ideologische Ausschlussszenarien und erst recht nicht für Denkverbote. 

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