Manja Schreiner: Probleme an den Schulen sind vielfältig

Die Corona-Pandemie macht noch deutlicher, wie sehr die Schulen und der Bildungsbereich in Berlin politisch vernachlässigt wurden.

Wie ein echter Drahtseilakt wirkt auf mich der Schulstart nach den Sommerferien. Dabei geht es längst nicht nur darum, komplizierte Hygienekonzepte in den Schulen umzusetzen, die Kinder auf Abstand zu halten und zum Tragen von Alltagsmasken zu verpflichten. Vielmehr zeigt sich durch die Corona-Pandemie noch deutlicher, wie sehr der Bildungsbereich politisch in den zurückliegenden Jahren durch R2G vernachlässigt wurde. Das Ergebnis einer seit 24 Jahren durch die SPD geprägten Bildungspolitik zeigte sich gerade wieder im schlechten Abschneiden beim INSM Bildungsmonitor 2020. Er bescheinigt dem Land Berlin: „Das Ausmaß an Bildungsarmut ist unter den Schülerinnen und Schülern schon vor der Corona-Krise vergleichsweise hoch, die Bildungschancen relativ ungleich.“

Schon lange hat der Senat den Bildungsbereich vernachlässigt

Die Schulen in Berlin sind personell vielfach unterbesetzt und baulich in einem schlechten Zustand. Es fehlt an vielen Stellen an der notwendigen Hygiene-Infrastruktur, damit sich die Schüler wie gefordert zum Beispiel regelmäßig die Hände waschen können. Es fehlt an Desinfektionsmitteln. Von Regelbetrieb kann keine Rede sein. Zurecht sagt Landesschülersprecher Richard Gamp im rbb, der Senat lasse die Schulen im Regen stehen. Doch das tut er nicht erst, seit Corona das Miteinander in den Bildungseinrichtungen bestimmt. Schon lange zuvor wurde versäumt, der Bildung echte Priorität einzuräumen.

Ein „Hygienebeirat“ wie Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ihn ins Leben gerufen hat, ist grundsätzlich eine gute Sache. Nach all den Wochen und Monaten mit Corona kommt er nur viel zu spät! Die Mangelverwaltung über Jahre hinweg hat ihre Spuren an den Schulen hinterlassen. Das erschwert die Einhaltung von Hygienestandards. Schon lange ist bekannt, dass viele Schulen zu wenige Schultoiletten haben, dass sie baulich in einem schlechten Zustand sind – und der Senat schaut zu.

Digitalisierung? Fehlanzeige

Zudem fehlt es seit Jahren an Personal. Gerade dann, wenn Corona Abstand und Lernen in kleinen Gruppen unabdingbar macht, braucht es kompetentes und engagiertes Personal. Doch die Personaldecke ist an vielen Schulen dermaßen auf Kante genäht, dass keine Spielräume vorhanden sind. Digitalisierung? Fehlanzeige. Schüler aus Risikogruppen, die den Unterricht nicht verfolgen können, sind durch die schlechte digitale Infrastruktur in den Schulen abgehängt. Es fehlt vielerorts an der notwendigen technischen Ausstattung, um Klassen in Quarantäne mit Lerninhalten zu versorgen. Keine Frage, die Corona-Pandemie ist eine der größten Herausforderungen für den Bildungsbereich. Sie wäre jedoch in vielen Berliner Schulen besser zu bewältigen, wenn wenigstens die Grundvoraussetzungen für gutes Lernen vorhanden wären.

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